U-Boot
Warum wir eigentlich in's Büro zurückkehren sollten.

Driving home for ... business

Reger Austausch im Team sisu office

Büroräume werden multifunktional, “ErlebnisplanerInnen” werden unser Office-Leben gestalten. Das Team wird sich zum persönlichen Treffen im Büro verabreden. Hybride Arbeitsformen sind “die” Chance in ungewissen Zeiten wie heute.

Aber wie gestalten wir unser Arbeitsleben jetzt?

Vergangenes Jahr schien unser Leben wie fremdgesteuert, als hätte ein Kind die Fernbedienung erhascht und seinen Spaß daran. Von Fast Forward bis On Hold war alles dabei. Es gab sehr laute, aber auch ruhige Zeiten. Wir saßen plötzlich in einer Nussschale und ließen uns vom Strom treiben, der zum Glück nie abriss. Nun scheint endlich Land in Sicht! Was bleibt sind neue Arbeitsweisen und ein neuer Rhythmus zwischen Büro und Homeoffice – und den finden wir gut!

Nussschale

Wir werden uns verabreden, wenn wir zur Arbeit gehen

meint Raphael Gielgen, Trendscout bei Vitra, in seinem Artikel im Zeit Magazin. “Weshalb es im Büro der Zukunft einen Erlebnisplaner, Lesungen und Ausstellungen braucht und ob der Mensch zu Hause gaga wird.“ mehr dazu hier

Bei allen Vorteilen des Homeoffices, wie wegfallenden Arbeitswegen und freier Zeiteinteilung, kamen tatsächlich nach der ersten Euphorie auch ein paar Nachteile zum Vorschein, weshalb sich die teilweise Rückkehr ins Büro dann doch lohnen könnte.

  • Der Start in den Tag fehlt. Ob Austausch an der Kaffeemaschine wie Tropfschale leeren, Wasser nachfüllen oder gemeinsam Geschirrspüler ausräumen, die einfache, nette soziale Interaktion als morgendliches Ritual des Arbeitstags fehlte.
  • Kreativität – sehr schwierig. Austausch per Zoom, gemeinsam Ideen erarbeiten, kreativ sein? Fehlanzeige! Zu viele Ebenen fehlten in der Kommunikation, sodass echte neue Ideen entstehen könnten: Vielleicht mangelt es aber auch nur an der richtigen Technik oder Routine?
  • Projektleitung – insgesamt aufwendig. Alle Tätigkeiten, die nach Hierarchien verlangten, wurden plötzlich aufwendig. Die Abstimmung musste zum Teil schriftlich erfolgen, wurde zeitintensiv vorbereitet und dann durchgekaut. Spontane Kommunikation, die den Arbeitsprozess fließen ließ, fand nicht statt.
  • Zuhause – nie alleine. Die meisten von uns waren zuhause nie alleine und mussten sich um Familie, Schule, Kochen, Abwasch, Tiere und sonstiges kümmern. Alleine das unaufgeräumte Wohnzimmer war stets im Blickfeld und nervte irgendwann gewaltig.
Home office problems

Photo by Charles Deluvio on Unsplash

Sind diese Punkte jedoch Grund genug, um ins Büro zurückzukehren?

Es geht nicht um Büro versus Homeoffice,

sondern um die Möglichkeiten neue Arbeitswelten zu entdecken. Dafür benötigen wir einen “Erlebnisplaner”, sagt Raphael Gielgen.

Die Zukunft liegt also in hybriden Arbeitsformen, einer Mischung aus Homeoffice und Büro. Menschen werden sich für ein Treffen im Büro verabreden. Welches Teammitglied brauche ich heute, um meine Arbeit bestmöglich zu schaffen? An welchen Tagen braucht es die Ruhe im Homeoffice, um Aufgaben effizient und effektiv managen zu können?

Langfristig halte ich meine Mitarbeitenden nur, wenn ich ihnen tägliches Lernen biete!
Raphael Gielgen

Geld und Macht stellen heute zu wenige Anreize dar. Es braucht etwas Übergeordnetes, verbindende Erlebnisse die das Kollektiv stärken und nicht auf Netflix zu finden sind. Lernen kann auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden. Es kann implizit, über Vorträge oder Fortbildungen, oder ganz einfach informell passieren.

Zusatzangebote, wie zum Beispiel eine lokale Buchpräsentation im eigenen Büro anstatt in einer Buchhandlung, schaffen ein Add-on zum normalen Berufsalltag. Coole Erlebnisse, die nie jemand selbst gemacht hätte, motivieren und werten das Büro und die Arbeit an sich auf.

Team sisu Meeting

Das Büro wird als Bühne oder Campus verstanden.

Hier kann ich meine Ideen teilen, etwas dazulernen, aber auch Gäste und Besucher empfangen, sagt Gielgen. Gerade kreative Menschen brauchen Interaktion zur eigenen Inspiration. Kreativität wird in Zukunft nicht mehr in Einzel- oder Großraumbüros zu finden sein. Räume und Funktionen werden ständig neu interpretiert und Plätze werden dort geschaffen, wo sie gebraucht werden. Begegnungszonen, Rückzugsecken, variable Arbeitsplätze sind nur einige der Schlagwörter zukünftiger Büroausstattungen.

mehr dazu hier

Räume müssen viel mehr auf die Sehnsüchte von uns Menschen einzahlen.
Raphael Gielgen
Trennlinie Symbol

Ein schönes Beispiel: Das VITRA Cluboffice.

“Derzeit kommt man nicht ins Büro, um für sich allein konzentriert zu arbeiten. Man kommt, um sich als Teil eines großen Ganzen zu fühlen, um KollegInnen zu treffen, um sich neues Wissen anzueignen und um neue Erfahrungen zu machen”

https://www.vitra.com/de-at/office/projects/concepts/cluboffice

Darüber hinaus sind Wohlfühlmomente an der “Barista-Kaffeemaschine”, der kurze Plausch im Lift oder ein von Pflanzen überflutetes Büro die impliziten Zugpferde, die schon heute nicht mehr wegzudenken sind.

Hybrides Arbeiten – Balance zwischen Homeoffice und Büro

Jeder Mensch arbeitet unterschiedlich, dazu am liebsten angepasst an seine eigenen Bedürfnisse. Das hat die Krise so richtig sichtbar gemacht. Die Zeiten sind vorbei in denen wir stupide acht Stunden vor dem Bildschirm unsere Aufgaben abarbeiten. Mitarbeitende werden sich nicht mehr an den Job anpassen, sondern der Job an die Bedürfnisse der Mitarbeiter, prognostiziert Christian Horx.

“Es geht darum, sicherzustellen, dass das Büro einem etwas gibt, einen Mehrwert und ein Erlebnis im Alltag, das wir in unserem Zuhause nicht erleben”, erklärt Nicolas Martin, Head of Retail Expansion and Office Spaces von On.

Gemeinschaftliche Aufgaben sorgen eventuell automatisch dazu, dass man dafür ins Büro kommen möchte, während konzentriertes, individuelles Arbeiten vielleicht besser zuhause erledigt werden kann.

ErlebnisplanerInnen behalten den Überblick und schaffen gemeinsame Erlebnisse!

Das Große Ganze darf nicht aus den Augen verloren werden. Wer Montag, Mittwoch und Freitag nicht im Büro ist, versäumt vielleicht etwas, oder nicht? Kommunikationstools wie tally können neben ErlebnisplanerInnen helfen, eine Verbundenheit herzustellen und den Informationsfluss in Echtzeit zu gewährleisten. Alle Beteiligten inklusive der KundInnen agieren ortsungebunden miteinander. Ob Homeoffice oder Büro fällt rein arbeitstechnisch in diesem hybriden Arbeitsmedium nicht mehr auf.

Kartonschild auf dem

Foto von Jeff Stapleton von Pexels

Also wie jetzt?

Acht Felder beschreibt das “Vitra Work Panorama”, die PionierInnen auf ihrer Suche nach Neuem, Kommendem, Zukünftigem nicht aus den Augen verlieren sollten. (Raphael Gielgen – Der unbändige Neugierige von Vitra (reiter.design))

Unsere Top 3

1. Human Core – Das Wohlbefinden des Menschen in seinem Arbeitsumfeld ist der Schlüssel für Kreativität, Leistungsbereitschaft und Unternehmenserfolg. Möbel, lebendiges Design aber auch physische und psychische Gesundheit der Mitarbeiter sind essentiell.

2. Campus Community – Der Wunsch nach Zugehörigkeit und Verortung lässt neue Campus – Konzepte entstehen, an denen Begegnung, Austausch und gegenseitiges Lernen ermöglicht werden. Unternehmenswerte werden sicht- und spürbar.

3. Talent Transfer – Gründer- und Erfindergeist müssen vom Elite-Programm zur Selbstverständlichkeit für alle Mitarbeitenden werden. Denken, lebenslanges Lernen und der Einsatz der eigenen Talente sind die Schlüssel für die technologisch bedingten Veränderungen in der Arbeitswelt.

Bunte Luftballons in einem frühlingshaften Park

Foto von Jessica Bryant von Pexels

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Zusammenfassend bleibt:

“Geht nicht, gibt es nicht mehr!” Digitalisierung, Homeoffice, selbstständiges Erlernen von neuen Medien – das alles haben wir geschafft! Die Zukunft ist hybrid, ortsunabhängig, jedoch sind wir alle ständig miteinander verbunden. Wir werden unsere Treffen mit KollegInnen im Büro genau planen und unseren Arbeitsanforderungen anpassen. Es wird KoordinatorInnen benötigen, die emphatisch und strukturiert den Überblick behalten, das Team zusammenschweißen und Erlebnisse organisieren, die über die Arbeit hinausgehen. Implizites Lernen wird das Zugpferd, das Mitarbeitende in der Firma hält. Know-how und pfiffige Ideen kommen nicht mehr von oben, sondern jedes Teammitglied wird eingeladen, diese einzubringen.

Karin Stöttinger
Veröffentlicht am 09.06.2021
Geschrieben von:
Karin Stöttinger

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